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Donnerstag, 6. April 2017

Kettenfeier des hl. Apostel Petrus - hl. Machabäische Martyrer aus dem Brevier

1. August

Lesung 9
Predigt des hl. Gregor von Nazianz
Was ist denn mit den Machabäern? Zu ihrer Ehre wird dieser Festtag heute von dieser Volksmenge hier begangen. Bei vielen stehen sie gar nicht in ehre, weil sie ihren Kampf nicht nach Christus bestanden haben; aber sie sind es doch wert, von allen geehrt zu werden, weil sie für die Gesetze und Einrichtungen ihrer Väter sich so mutig und standhaft zeigten. Denn was hätten sie, die schon vor dem Leiden Christi das Martyrium erduldeten, erst getan, wenn sie nach Christus verfolgt worden wären und seinen Tod, den er um unseres Heiles willen auf sich nahm, als Vorbild zur Nachahmung gehabt hätten? Denn wenn ihre Tugend schon ohne Vorbild so groß und so mutig war, wären sie nicht noch viel beherzter zum Kampf geschritten, wenn sie dieses Vorbild vor augen gehabt hätten? Ja, es ist eine geheimnisvolle, dunkle Ansicht, die aber mir und allen, die Gott lieben, sehr glaubwürdig vorkommt, daß keiner von denen, die vor der Ankunft christi den Martertod erduldete, dies ohne den Glauben an Christus tun konnte.
(aus dem Deutschen Brevier übersetzt von Dr. Johann Schenk 1937)

Kettenfeier des hl. Apostel Petrus - Vita aus dem Brevier

1. August
Lesung 4-6
Unter der Regierung des Kaisers Theodosius des Jüngeren kam dessen Gemahlin Eudozia nach Jerusalem, um ein Gelübde zu erfüllen; sie wurde dort reich beschenkt. Vor allem erhielt sie dort ein kostbares Geschenk, eine mit Gold und delsteinen geschmückte eiserne Kette; wie man ihr versicherte, war es die gleiche, mit der der Apostel Petrus von Herodes gefesselt worden war. Eudozia erwies dieser Kette fromme Verehrung und sandte sie später ihrer Tochter Eudoxia nach Rom; diese brachte sie dem Papst. Dieser wiederum zeigte ihr eine andere Kette, nämlich die, mit welcher der Apostel unter Kaiser Nero gefesselt worden war. Als nun der Papst die zu Rom aufbewahrte Kette neben die von Jerusalem hielt, da geschah es, daß sie sich so zusammenfügten, daß sie nicht mehr zwei, sondern eine von einem und demselben Handwerker verfertigte Kette zu sein schienen. Auf dieses Wunder hin begann eine solche Verehrung dieser heiligen Ketten, daß in der Folge auf dem esquilinischen Hügel eine Kirche unter dem Namen: St. Peter bei den Ketten, mit dem Titel der Eudoxia, geweiht und zum Andenken daran am 1. August ein Fest eingesetzt wurde. Seit dieser Zeit galt die Feier, die an diesem Tage immer aus Anlaß weltlicher, heidnischer Feste stattgefunden hatte, den Ketten des hl. Petrus. Wenn man sie berührte, bewirkten sie, daß Kranke gesund wurden und Teufel ausfuhren. So geschah es auch im Jahre des Heils 969. Ein Graf, ein Vertrauter des Kaisers Otto, war von einem unreinen Geist ergriffen worden und zerfleischte sich selbst mit den Zähnen. Auf Befehl des Kaisers wurde er darum zu Papst Johannes gebracht. Als dieser mit der Kette den Hals des Grafen berührte, fuhr der böse Geist aus und ließ den Mann frei. Darauf hin verbreitete sich in Rom die Verehrung der heiligen Ketten noch mehr.

(aus dem Deutschen Brevier übersetzt von Dr. Johann Schenk 1937)

Dienstag, 15. Juli 2014

Kettenfeier des hl. Apostels Petrus - Auslegung des hl. Augustinus aus dem Brevier

Matth. 16, 13 -19
1. August

Petrus durfte allein von den Aposteln die Worte hören: Wahrlich, ich sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen. Er war sicher würdig, beim Aufbau der Völker im Hause Gottes der Grundstein, die stützende Säule und der Schlüssel des Reiches zu werden. Von ihm sagt die Heilige Schrift: Sie brachten ihre Kranken, damit wenigstens der Schatten des Petrus beim Vorübergehen auf sie falle. Wenn damals schon der Schatten seines Körpers Hilfe bringen konnte, um wieviel mehr jetzt die Fülle seiner Kraft? Wenn damals schon ein bloßer Luftzug, als er vorüberging, den Bittenden zum Segen wurde, um wieviel mehr jetzt seine Gnade, da er für immer bleibt! Mit Recht werden daher in allen christlichen Kirchen die eisernen Ketten, die den Apostel fesselten, höher geschätzt als Gold. Wenn schon sein Schatten, als er kam, so heilkräftig wirkte, wieviel mehr erst die Kette, die der Henker ihm anlegte? Wenn die bloße Erscheinung seines Bildes solche Kraft in sich tragen konnte, wieviel größere Heilkraft müssen dann erst die Leidensketten aus seinem Leibe gezogen haben, die mit ihrem Eisengewicht in seine heiligen Glieder sich eindrückten? Wenn er zum Heile der Bittenden schon vor seinem Martertode so mächtig war, um wieviel mehr wird er jetzt nach seinem Triumphe wirken können? Glückselig die Fesseln, die aus Hand- und Fußfesseln zur Krone werden durften, die den Apostel umschlangen und ihn zum Märtyrer machten! Glückselig die Ketten, die den Angeklagten zum Kreuze Christi führten, die weniger zur Hinrichtung als zur Opferweihe dienen durften. Was ist denn mit den Machabäern? Zu ihrer Ehre wird dieser Festtag heute von dieser Volksmenge hier begangen. Bei vielen stehen sie gar nicht in Ehre, weil sie ihren Kampf nicht nach Christus bestanden haben; aber sie sind es doch wert, von allen geehrt zu werden, weil sie für die Gesetze und Einrichtungen ihrer Väter sich so mutig und standhaft zeigten. Denn was hätten sie, die schon vor dem Leiden Christi das Martyrium erduldeten, erst getan, wenn sie nach Christus verfolgt worden wären und seinen Tod, den er um unsers Heiles willen auf sich nahm, als Vorbild zur Nachahmung gehabt hätten? Denn wenn ihre Tugend schon ohne Vorbild so groß und so mutig war, wären sie nicht noch viel beherzter zum Kampf geschritten, wenn sie dieses Vorbild vor Augen gehabt hätten? Ja, es ist eine geheimnisvolle, dunkle Ansicht, die aber mir und allen, die Gott lieben, sehr glaubwürdig vorkommt, daß keiner von denen, die vor der Ankunft Christi den Martertod erduldeten, dies ohne den Glauben an Christus tun konnte.

Kettenfeier des hl. Apostel Petrus - Hymnus aus dem Brevier

1. August

(Vesper)
Sankt Petrus legt, ganz wunderbar befreit,
Auf Christi Wort die Eisenkette ab;
Als treuer Hirt führt er die Schafe nun
Zu Lebensau, zu heiligen Quellen hin,
Behütet sie vor jedem bösen Wolf.

Dem Vater sein die Ehre ewiglich;
Auch Dir, Gott Sohn, sei unser Lob geweiht;
Dir Heiliger Geist, sei Ruhm und Herrlichkeit;
Der heiligsten Dreifaltigkeit sei Preis
Und Lobgesang durch alle Ewigkeit!
Amen

(Matutin)

Was, Petrus, du auf Erden binden wirst,
Das wird im Himmel auch gebunden sein,
Was Du durch Gottes Macht gelöset hast,
Das wird im Himmel auch gelöset sein,
Am Weltenende kommst du zum Gericht.

Dem Vater sein die Ehre ewiglich;
Auch Dir, Gott Sohn, sei unser Lob geweiht;
Dir Heiliger Geist, sei Ruhm und Herrlichkeit;
Der heiligsten Dreifaltigkeit sei Preis
Und Lobgesang durch alle Ewigkeit!
Amen

(Laudes)

O Petrus, guter Hirt, hör unser Flehn,
Zerreiße doch die Fesseln unserer Schuld,
Du kannst den Himmel öffnen für die Welt
Und ihn verschließen - das ist deine Macht.

Der heiligsten Dreifaltigkeit sei Ruhm
Und Ehre, Macht und Lobpreis allezeit,
Die da in Einheit alles lenkt und führt
Durch alle Zeiten bis in Ewigkeit!
Amen

Donnerstag, 26. September 2013

Predigt vom hl. Thomas v. Aquin - Auf das Fest des heiligen Petrus in den Fesseln

Auf das Fest des heiligen Petrus in den Fesseln

 

 (Aus dem Buch Des heiligen Thomas von Aquin, des englischen Lehrers, Predigten auf das ganze Kirchenjahr)

 



 Du zerbrachest, o Herr meine Fesseln; dir will ich das Lobopfer darbringen. Ps. 115, 7.

Es erhellt zur Genüge, wie diese Worte von den Fesseln des heiligen Petrus ausgelegt werden können und es liegen drei Punkte darin. Zuerst die Zerbrechung der Fesseln; zweitens das Lob Gottes; und drittens die Anrufung des göttlichen Namens.

 In Bezug auf den ersten Punkt ist zu bemerken, daß Petrus mit drei Arten von Fesseln gebunden wurde. Zuerst mit den Fesseln der Sünde durch die Verleugnung Christi. Es heißt in den Sprüchen (5.): "Mit den Stricken seiner Sünden wird ein Jeder gefesselt." Christus sagte (Matth. 26.): "Ehe der Hahn kräht wirst du mich dreimal verleugnet haben." Zweitens mit den Fesseln der Strafe im Leiden. "Wenn du aber alt wirst, sprach Christus zu Petrus (Joh. 21.), wird dich ein Anderer binden." Drittens mit den leiblichen Fesseln in der Einkerkerung. "Petrus war mit zwei Ketten gebunden." (Apostelgesch. 12.)