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Montag, 23. Januar 2017

Hl. Abt Benedikt - Vita aus dem Brevier

21. März
Benedikt wurde in Norcia von vornehmen Eltern geboren; zu Rom studierte er die weltlichen Wissenschaften. Um sich ganz Jesus Christus zu weihen, zog er sich bei Subiaco in eine ganz tiefe Höhle zurück. Hier lebte er drei Jahre lang ganz verborgen; nur der Mönch Romanus wußte davon und brachte ihm das Lebensnotwendige. Als ihn einst der Teufel durch das Feuer der Begierlichkeit heftig reizte, wälzte er sich so lange im Dornengestrüpp, bis sein Leib voller Wunden war und das Lustgefühl durch den Schmerz unterdrückt wurde. Der Ruf seiner Heiligkeit drang jedoch auch von diesem Schlupfwinkel an die Öffentlichkeit, und so wählten einige Mönche ihn zum Leiter ihres Klosters. Sie waren jedoch ein freies Leben gewöhnt und wollten seine ständigen Mahnungen nicht hören und beschossen darum, ihm in seinen Trank Gift zu mischen. Als sie ihm aber den Becher hinreichten, machte er das Kreuzzeichen darüber und der Becher sprang in Stücke. Daraufhin verließ er wieder das Kloster und zog sich in die Einsamkeit zurück. Von Tag zu Tag aber kamen immer mehr Schüler zu ihm und so baute er zwölf Klöster und verfaßte für sie eine heilige Regel. Dann begab er sich nach Cassino; dort zertrümmerte er die Bildsäule des Apollo, der dort noch verehrt wurde, zerstörte den Altar und zündete den heiligen Hain an. Er errichtete daselbst eine Kapelle zu Ehren des heiligen Martin und eine kleine Kirche zu Ehren des heiligen Johannes. Die Bewohner des Ortes und der ganzen Gegend unterrichtete er im christlichen Glauben. So nahm Benedikt von Tag zu Tag immer mehr zu an Gnade bei Gott. Er erhielt auch die Gabe der Weissagung und sagte die Zukunft voraus. Als dies der Gotenkönig Tortila erfuhr, wollte er einmal ausprobieren, ob das wahr sei, und er schickte seinen Kriegsobersten in königlicher Gewandung und mit großer Begleitung voraus, der sich als König ausgeben sollte. Als Benedikt ihn sah, sprach er: Lege ab, mein Sohn, lege ab, was du trägst; denn es ist nicht dein. Dem Tortila aber sagte er voraus, daß er Rom erobern, über das Meer ziehen und nach neun Jahren sterben werde. Einige Monate vor seinem Tode sagte Benedikt seinen Jüngern den Tag seines Hinscheidens voraus. Sechs Tage vor seiner Bestattung ließ er das Grab öffnen, in dem er beigesetzt werden wollte; am sechsten Tage ließ er sich in die Kirche bringen und empfing hier die heilige Komunnion; dann erhob er seine Augen zum Himmel, betete und hauchte in den Armen seiner Jünger seine Seele aus. Zwei Mönche sahen, wie sie, angetan mit einem kostbaren Gewande, umgeben von hellen Lichtern, in den Himmel einging; oben stand ein Mann mit glänzendem, würdevollen Äußeren; der sagte: Das ist der Weg, auf dem Benedikt, der Geliebte des Herrn, in den Himmel eingegangen ist.

(aus dem Deutschen Brevier übersetzt von Dr. Johann Schenk 1937)


Dienstag, 8. Oktober 2013

Predigt vom hl. Thomas v. Aquin - Auf das Fest des heiligen Benedictus

Auf das Fest des heiligen Benedictus


 (Aus dem Buch Des heiligen Thomas von Aquin, des englischen Lehrers, Predigten auf das ganze Kirchenjahr)

 Erste Rede


 Er ist beliebt bei Gott und Menschen. Sirach 45, 1.

 Diese Worte kann man auf den heiligen Benedict anwenden. Im buchstäblichen Sinne gehen sie auf Moses, der aus sechs Gründen den heiligen Benedict vorbildete. Zuerst wegen der Verlassung Aegyptens, zweitens wegen des Einganges in die Wüste, drittens wegen der Einführung Vieler in die Wüste, viertens wegen der Wirkung vieler Wunder, fünftens wegen der Vorhersagung des Künftigen, sechstens wegen der Auslegung.

 Beides paßt auf Moses und den heiligen Benedict. Jener verließ Aegypten, dieser die Welt, jener liebte die Wüste, dieser die Einsamkeit, jener führte die Kinder Israels in die Wüste, dieser die Mönche, jener gab das Gesetz, dieser die Regel, jener wirkte viele Wunder und ebenso dieser, jener war Moses der Sache und dem Namen nach, dieser der Gesegnete (Benedictus) der Wirklichkeit und dem Namen nach, denn er wurde von dem Wasser der fleischlichen Begierlichkeit herausgenommen. Er heißt also beliebt vor Gott und Menschen.

Montag, 9. September 2013

Der heilige Benedictus, Ordenstifter (Leben und Thaten der Heiligen Gottes)

Der heilige Benedictus, Ordenstifter (21.März)



Der heil. Benedict stammte aus einer ansehnlichen Familie, und und wurde zu Norcia in Umbrien, einem ehemaligen bischöflichen Sitz, ungefähr um das Jahr 480 geboren. Sene frommen Eltern ertheilten ihm, so viel sie vermochten, ja schon von früher Jugend an eine vortreffliche Erziehung,welcher as heilige Kind auch nach Wunsch entsprach. Als aber Benedict in die Jahre trat, wo er anfangen konnte sich den Wissenschaften zu widmen, schickten ihn seine Eltern nach Rom auf die öffentlichen Schulen.

Bisher war alle Verführung von ihm sorgfältig entfernt worden, und in Engelreiner Unschuld war er, mit der Sünde  beinahe unbekannt, aufgewachsen. Wie erschrack er nun als er auf einmal Stndiengefährten um her sah, von denen mehrere ein ziemlich ausschweifendes und unordentliches Leben führten. Er fürchtete verführt zu werden; und weil er sich die Kraft nicht zutraute, in so mannigfaltigen Versuchungen zu bestehen, so faßte er den Entschluß, diesen Gefahren sich ganz zu entziehen. Er entfernte sich daher aus Rom. Allein seine Wärterin Cyrilla, die ihm mit aller Treue zugethan, und zärtlich für ihn besorgt war, reiste ihm nach bis ins Dorf Asila, das ungefähr dreißig Meilen von Rom entfernt war.

Hier fand er Gelegenheit, Aufmerksamkeit zu ihrer entgehen und ganz allein floh er in die Gebirge von Subjaco. Das war eine rauhe Gegend. Zwischen steilen, beinahe unzugänglichen Felsen befand fich ein Bach und ein See. Da begegnete er einem