Dienstag, 16. Oktober 2018

Kirchengebet - Hl. Witwe Hedwig

Gott! Du lehrtest die selige Hedwig von der eitlen Pracht dieser argen Welt wegsehen und dir mit ungeteiltem Herzen auf dem Wege des Kreuzes nachfolgen in aller Demuth und Selbstverleugnung; verleihe, wir bitten Dich, daß wir Kraft ihrer Verdienste und ihres nachahmungswürdigen Beispiels die vergänglichen Freuden dieser Welt verschmähen und in der Umfassung Deines Kreuzes alles uns Widerstrebende überwinden lernen - Der du lebst ...
Aus dem Brevier übersetzt von Adam Nickel (1855) Band 4 Herbstteil, S. 407
Fest der heiligen Witwe Hedwig, 17. October


Dienstag, 28. August 2018

Kann jemand, der einen falschen Glauben bekennt Papst sein oder herrscht Sedisvakanz?

Es folgen dazu ein paar Zitate ...

  • Satis cognitum Leo XIII: "...Darum können Glieder, die von den andern Gliedern getrennt und abgesondert sind, nicht mit ein und demselben Haupte verbunden sein: „Es gibt nur einen Gott, nur einen Christus, eine Kirche Christi, einen Glauben und ein Volk, durch das Band der Einheit zur wahren Einheit des Leibes verbunden. Diese Einheit kann nicht zerrissen werden, auch kann nicht der eine Leib durch Auflösung des Bandes zerteilt werden“, sagt der heilige Cyprian ... Man muss sich also ein zweites, Christus ähnliches Haupt denken und einen zweiten Christus, wenn man sich außer der einen Kirche, welche der Leib Christi ist, noch eine zweite denken will. „Seht zu, was ihr vermeiden, was ihr tun, was ihr befürchten sollt! Es kommt vor, dass im menschlichen Leibe, oder vielmehr vom Leibe, ein Glied abgetrennt wird, eine Hand, ein Finger, ein Fuß. Folgt die Seele auch dem abgeschnittenen Gliede? Als es noch im Körper war, lebte es; nun verliert es das Leben. So ist auch der Christ noch katholisch, wenn er im Leibe (der Kirche) lebt; trennt er sich ab, wird er ein Häretiker. Der Geist folgt nicht dem abgeschnittenen Gliede“  ... Niemand kann Anteil haben an der Autorität, wenn er nicht mit Petrus vereint ist; es ist nämlich unsinnig zu glauben, es könne jemand in der Kirche Vorsteher sein, wenn er selber außerhalb der Kirche steht.... "
  •  Leo XIII satis cognitium: Der Glaube kommt aus dem Hören, das Hören aber von der Predigt des Wortes Jesu Christi (6). Dieser Glaube nun, der eine zustimmende Anerkennung der ersten und höchsten Wahrheit ist, vollzieht sich zwar an und für sich im Geiste, er muss jedoch nach außen hervortreten durch ein offenes Bekenntnis. ... Das sei kein Katholik, der vom römischen Glauben abweiche: „Man glaubt dir nicht, dass du den katholischen Glauben besitzest, da du nicht lehrst, man müsse den römischen Glauben befolgen
  • Pius XII, Mystici corporis: „Zu den Gliedern der Kirche sind aber in Wirklichkeit nur die zu zählen, die das Bad der Wiedergeburt empfangen haben und den wahren Glauben bekennen (profitentur)
  • Konzil zu Florenz (1438–1445) (DH 1351)"[Die heilige römische Kirche, durch das Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet,] glaubt fest, bekennt (profitentur) und verkündet, daß ‚niemand außerhalb der katholischen Kirche — nicht nur keine Heiden, sondern auch keine Juden oder Häretiker und Schismatiker — des ewigen Lebens teilhaftig werden können, sondern daß sie in das ewige Feuer wandern werden, "das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist", wenn er sich nicht vor seinem Lebensende ihr (der Kirche) angeschlossen haben. So viel bedeutet die Einheit des Leibes der Kirche, daß die kirchlichen Sakramente nur denen zum Heil gereichen, die in ihr verharren, und daß nur ihnen Fasten, Almosen, andere fromme Werke und der Kriegsdienst des Christenlebens den ewigen Lohn erwirbt. Mag einer noch so viele Almosen geben, ja selbst sein Blut für den Namen Christi vergießen, so kann er doch nicht gerettet werden, wenn er nicht im Schoß und in der Einheit der katholischen Kirche bleibt‘
     

Samstag, 3. Juni 2017

Hl. Martyrer Cyriakus und Gefährten - Papst Gregor aus dem Brevier

8. August
Lesung 7-9
Markus 16,15
Aus der 9. Homilie des heiligen Papstes Gregor über die Evangelien

 Unter dem Ausdrucke "allen Geschöpfen" kann das Volk der Heiden verstanden werden; denn früher hatte der Herr gesagt: "Gehet nicht den Weg zu den Heiden!" Matth. 10,5. nun aber heißt es: "Prediget allen Geschöpfen;" damit nämlich die von den Juden verworfene Lehre der Apostel alsdann erst uns zum Heile käme, wenn diese zu ihrer schweren Verdammnis dieselbe aus einem sträflichen Übermute würden verstoßen haben. Wenn aber die Wahrheit ihre Schüler zum Predigen aussendet, was anderes tut sie, als Samenkörner in die Welt ausstreuen? Und zwar nimmt sie zu dieser Aussaat nur wenige Körner, um eine reiche Ernte von Früchten aus unserm Glauben zu sammeln.
Gewiß würde durch die ganze Welt keine so große Ernte der Gläubigen reifen, wenn nicht auf dieses vernünftige Erdreich jene auserlesenen Körner, nämlich die Prediger, aus der Hand der Herrn ausgestreut worden wären. Nun folgt: "Wer da glaubt und sich taufen lässt, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden". Vielleicht denkt nun ein jeglicher bei sich selbst: Ich glaube, mithin werd ich selig werden. Wahr ist es, wofern deine Werke dem Glauben entsprechen. Denn der wahre Glaube ist jener, der das, was er mit den Worten behauptet, mit den Werken nicht verleugnet. Daher kommt es, daß der hl. Paulus von einigen falschen Gläubigen sagt: "Sie geben vor, daß sie Gott kennen, aber in der That verleugnen sie Ihn." Titus 1, 16.
"Es werden aber denen, die da glauben, diese Wunder folgen: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Sprachen reden, Schlangen aufheben, und wenn sie etwas Tödtliches trinken, wird es ihnen nicht schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden gesund werden." Wie, meine Brüder! glaubet ihr etwa um dessentwillen nicht recht, weil ihr diese Wunder nicht wirket? O, nein! Diese Wunder waren nöthig bei der Gründung der Kirche; denn auf daß die Menge der Gläubigen in dem Glauben Stärkung und Befestigung erlangte, mußte sie gleichsam durch diese Wunder geistig ernährt werden. Wir handeln ja ebenso, wenn wir junge Bäumchen pflanzen; wir begießen sie mit Wasser so lange, bis wir bemerken, daß sie in dem Boden feste Wurzeln gefaßt haben. Haben sie ihre Wurzeln tief genug geschlagen, so hören wir auf, sie ferner zu begießen. Daher kommt der Ausspruch des hl. Paulus: "Die Sprachen sind zum Wunderzeichen nicht für die Gläubigen, sondern für die Ungläubigen."
(Römisches Brevier, aus dem Lateinischen von Marcus Adam Nickel, Dritte Auflage 1855)

Freitag, 2. Juni 2017

Am zweiten Tag in der Oktav des hl. Laurentius (Brevier)

11. August
Lesung 7-8
Joh. 12, 24

Homilie des hl. Bischofs Augustin (51. Abhandlung über Johannes)

Wenn einmal der Fall eintritt, wo uns nur die Wahl gelassen ist, entweder gegen das Gesetz Gottes zu handeln, oder den Tod zu leiden; und wir zu einem aus beiden uns entschließen sollen, so wird der wahre Christ lieber aus Liebe zu Gott alle Todesqualen, ja, den Tod selbst erdulden, als mit einer Beleidigung seines Gottes das längere Leben sich erkaufen. In solchem Falle hasset er seine Seele in dieser Welt, um sie zum ewigen Leben zu bewahren. "Wenn mir jemand dienen will, der folge mir nach." Was heißt das: "der folge mir nach?" Es heißt: Er ahme mir nach, strebe mir ähnlich zu werden. "Denn Christus hat," wie der hl. Apostel Petrus spricht: "Uns ein Beispiel hinterlassen, damit wir Seinen Fußstapfen nachfolgen sollen."
Siehe, das heißt das Wort: "Wenn mir jemand dienen will, der folge mir nach!" Welcher Lohn wird aber solchem Christusdiener und Nachfolger? Höre: "Und wo ich bin," sagt der Herr, "da soll mein Diener auch sein." Er soll umsonst geliebt werden, damit die Belohnung des Dienstes, welcher Ihm erwiesen wird, sein könne: Mit Ihm und bei Ihm zu weilen, ewiglich. Denn wo kan es gut sein zu weilen, ohne Christus, oder: wo kann es uns übel sein in Seiner Nähe? Vernimm es noch deutlicher: "Wenn jemand mir dient, den wird mein Vater ehren." Wie anders wird Er ihn ehren, als daß er in Christi Nähe und Gemeinschaft weile? Denn was Er oben gesagt: "Wo ich bin, da soll Mein Diener auch sein;" scheint Er hier erklärt zu haben, da Er spricht: "Den wird mein Vater ehren." Welche größere Ehre kann das angenommene Kind erlangen, als daß es da sein darf, wo auch der Eingeborene, Der nicht der Gottheit gleich geworden, sondern eine Gottheit von Ewigkeit her mit dem Vater ist?
(Römisches Brevier, aus dem Lateinischen von Marcus Adam Nickel, Dritte Auflage 1855)


Donnerstag, 1. Juni 2017

Freitag in der Oktav der Himmelfahrt des Herrn - hl. Papst Gregor

Lesung 7-9
Mark. 16, 14-20
Auslegung des hl. Papstes Gregor

Wer glaubt und sich taufen läßt, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden. Vielleicht denkt nun ein jeder bei sich: Ich glaube, also werde ich selig. Das ist wahr, wenn seine Werke dem Glauben entsprechen. Denn wahr ist der Glaube nur dann, wenn einer dem, was er in Worten behauptet, mit den Werken nicht widerspricht. So kommt es, daß Paulus von einigen falschen Gläubigen sagt: Sie geben vor Gott zu kennen, aber mit den Werken verleugnen sie ihn. Darum sagt auch Johannes: Wer sagt er kenne Gott, hält aber seine Gebote nicht, der ist ein Lügner. Wenn sich die Sache so verhält, dann müssen wir die Echtheit unseres Glaubens nach unserem Lebenswandel beurteilen. Denn nur dann sind wir wahrhaft gläubig, wenn wir im Werke vollbringen, was wir mit Worten versprechen. Am Tage unserer Taufe haben wir das Versprechen gegeben, allen Werken des alten Feindes und aller seiner Pracht zu entsagen. Ein jeder von euch stelle daher mit sich selbst eine ernste Prüfung an, und wenn er nach der Taufe das hält, was er vorher gelobt hat, so mag er sicher sein, daß er ein wahrer Gläubiger ist, und sich darüber freuen. Wenn er aber sein Versprechen nicht gehalten hat, wenn er sich zu bösen Werken und zum Verlangen nach irdischer Pracht hat verleiten lassen, dann wollen wir sehen, ob er das, was er gefehlt hat, beweinen will. Denn vor dem barmherzigen Richter wird keiner als Abtrünniger behandelt, der zur Wahrheit zurückkehrt, nachdem er ihr untreu geworden; und der allmächtige Gott bringt dann bei seinem Gerichte unsere Fehler nicht mehr vor, da er unsere Buße gerne aufnimmt.
(aus dem Deutschen Brevier übersetzt von Dr. Johann Schenk 1937)

Mittwoch, 17. Mai 2017

23. Sonntag nach Pfingsten - Hl. Hieronymus aus dem Brevier

Lesung 7-9
Matth. 9, 18-26
Auslegung des hl. Priesters Hieronymus
Das wäre das achte wunder gewesen, als der Vorsteher um die Auferweckung seiner Tochter bat. Er wollte eben von den hohen Gnaden der wahren Beschneidung nicht ausgeschlossen sein. Doch da kam eine blutflüssige Frau dazwischen und sie wurde an achter Stelle geheilt; die Tochter des Vorstehers aber musste von dieser Stelle wegrücken und kam an den neunten Platz, so wie es im Psalm heißt: Äthiopien erhebt zuerst zu Gott die Hände; und: Wenn die Vollzahl der Heiden eingetreten ist, dann wird ganz Israel geretten werden. Und siehe eine Frau, die seit zwölf Jahren am Blutfluße litt, trat von hinten herzu und berührte den Saum seines Gewandes. Im Evangelium des hl. Lukas ist bemerkt, daß die Tochter des Vorstehers zwölf Jahre alt war. Beachte also, daß gerade zu der Zeit, da das Judenvolk zum glauben gelangte, diese Frau, das heißt das Volk der Heiden, krank wurde. Denn nur wenn es den Tugenden gegenübersteht, wird das Laster offenbar. Diese blutflüssige Frau naht sich dem Herrn nicht im Hause, nicht in der Stadt, weil sie nach dem Gesetz aus den Städten ausgeschlossen war, unterwegs tat sie es, als der Herr des Weges dahinzog. So wurde die eine geheilt, während er zu der anderen unterwegs war. Darum sagen auch die Apostel: euch sollte zuerst das Wort Gottes verkündet werden; weil iohr euch aber als unwürdig dieses Segens erwiesen habt, darum wenden wir uns an die Heiden.
(aus dem Deutschen Brevier übersetzt von Dr. Johann Schenk 1937)

Montag, 15. Mai 2017

22. Sonntag nach Pfingsten - Hl. Hilarius aus dem Brevier

Lesung 7-9
Matth. 22, 15-21
Auslegung des hl. Bischofs Hilarius
Die Pharisäer gerieten häufig in Erregung; jedoch aus seinem bisherigen Tun konnten sie keinen vorwand finden, ihm etwas vorzuwerfen. Denn auf seine Werke und seine Worte konnte kein Verdacht einer Sünde fallen. In ihrer Bosheit tateb sie jedoch alles, um einen Grund zur Anklage zu finden. Er rief ja alle von den Lastern der Welt und den falschen, von den Menschen erdachten Glaubenslehren weg zur Hoffnung auf das Himmelreich. So wollten sie nun durch die Frage, die sie ihm vorlegten, herausbekommen, ob er etwa die weltliche Obrigkeit nicht anerkenne; sie fragten ihn also, ob es erlaubt sei, dem Kaiser Steuer zu zahlen. Er aber durchschaute ihre verborgenen Gedanken; denn Gott sieht alles, was im Inneren des Menschen verborgen ist. Und so ließ er sich einen Denar geben und fragte, wessen Aufschrift und wessen Bild das sei. Die Pharisäer antworteten: Des Kaisers. Da sagte er ihnen: Man muss dem Kaiser geben, was des Kaisers ist. Welch wundervolle Antwort! Welch vollkommene Lösung liegt in diesem wahrhaft himmlischen Ausspruch! Damit hat er zwischen Verachtung der Welt und kränkender Beleidigung des Kaisers alles wohlgeordnet, hat gottesfürchtige Seelen aller menschlichen Sorgen und Pflichten enthoben, indem er entschied, man müsse dem Kaiser geben was des Kaisers ist. Denn wenn wir von dem, was sein ist, nichts mehr haben, dann sind wir an die Pflicht, ihm zu geben, was sein ist, nicht mehr gebunden. Anders aber, wenn wir uns an das hängen, was sein ist, wenn wir die von ihm verliehene Rechte gebrauchen und uns wie Mietlinge der Sorge für fremdes Gut unterwerfen. Wir dürfen also nicht über Unrecht klagen, wenn wir dem Kaiser geben müssen, was des Kaisers ist, und Gott geben müssen, was sein ist, den Leib, die Seele, den Willen. Denn auf ihn gehen diese Gaben, die wir besitzen, zurück und von ihm werden wir sie erhalten; darum ist es billig, daß sie auch ganz dem hingegeben werden, dem sie den Ursprung und die Erhaltung verdanken.
(aus dem Deutschen Brevier übersetzt von Dr. Johann Schenk 1937)