Donnerstag, 2. März 2017

Mittwoch in der Oktav von Himmelfahrt (Quatember) - hl. Gregor von Nyssa aus dem Brevier

Lesung 4-6
Predigt des hl. Gregor von Nyssa

Den heutigen Festtag, der an sich schon groß genug ist, macht der Prophet David noch schöner dadurch, daß er durch seine Psalmen zur Erhöhung der Festtagsfreude beiträgt. Dieser erhabene Prophet schwingt sich empor, als würde er von der Last des Körpers nicht mehr zur Erde herabgezogen, er mischt sich unter die himmlischen Mächte und kündet uns, was sie riefen, als sie den Herrn bei seiner Rückkehr in dem Himmel begleiteten. Da riefen sie den Engeln, die auf Erden weilen und deren Obhut der Herr bei seinem Eintritt in das irdische Leben anvertraut war, zu: Öffnet eure Tore, ihr Fürsten! Tut euch auf, ihr ewigen Tore, daß einziehen kann der König der Herrlichkeit! Doch der Herr, der alles umfasst, richtet sich überall, wo er ist, nach dem Grade der Aufnahmefähigkeit derer, die ihn sehen und hören. So wurde er unter den Menschen ein Mensch; und auch, wenn er unter Engeln weilt, passt er sich derer Ausdrucksweise an. Die Torwächter fragten nun: Wer ist dieser König der Herrlichkeiten? Und sie erhielten die Antwort: Der Heldenstarke, der Kriegsgewaltige. Der Herr war ja ausgezogen zum Kampf wider den, der die menschliche Natur in Knechtschaft und Gefangenschaft hielt; er wollte den besiegen, dem die Macht des Todes gegeben war; er wollte den schlimmen Feind bezwingen und das Menschengeschlecht zur Freiheit und zum Frieden führen. Die Torwächter eilten ihm entgegen und ließen die Tore öffnen, damit er in die Herrlichkeit des Himmels wieder einziehe. Jedoch sie erkannten ihn nicht, weil er das armselige Gewand unserer Menschennatur angezogen hatte, weil sein Kleid gerötet war in der Kelter menschlicher Leiden. Darum fragten sie nochmals seine Begleiter: Wer ist dieser König der Herrlichkeit? Die Antwort lautete jetzt nicht mehr: Der Heldenstarke, der Kriegsgewaltige; sondern: der Herr der Heerscharen: Er der die Macht über die ganze Welt besitzt, der alles unter sich vereinigt, der alles in seinem Urzustand wieder hergestellt hat, er ist der König der Herrlichkeit.


(aus dem Deutschen Brevier übersetzt von Dr. Johann Schenk 1937)

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