Donnerstag, 2. März 2017

Dienstag in der Oktav der Himmelfahrt des Herrn - Hl. Maximus aus dem Brevier

Lesung 4-6
Predigt des hl. Bischofs Maximus

Meine Lieben! Ihr erinnert euch, wie ich den Erlöser mit jenem Adler verglichen habe, von dem wir im Psalme lesen: die Jugend erneuert sich wie die des Adlers. Zwischen beiden besteht tatsächlich eine nicht geringe Ähnlichkeit. Die der Adler die Erde unten liegen läßt, sich in die Höhe schwingt und dem Himmel nahe zu kommen sucht, so hat auch der Heiland die Tiefen der Unterwelt verlassen, hat zu den Höhen des Paradieses sich aufgeschwungen und ist bis zu den höchsten Regionen des Himmels vorgedrungen. Und wie der Adler den Schmutz der Erde unter sich läßt, sich in die Höhe erhebt und an der frischen, reinen Luft sich labt, so schwang auch der Herr über den Sündenschmutz auf Erden sich empor, erhob sich auf den Flügeln seiner Heiligen und erfreut sich eines reinen , lauteren Lebens. So passt also das Bild des Adlers vollkommen vollkommen auf unsern Erlöser. Aber was sagen wir dazu, daß der Adler oft nach Beute ausfliegt und häufig fremdes Eigentum wegnimmt? Doch auch hierin ist ihm der Erlöser nicht unähnlich. Denn auch er holte sich sozusagen eine Beute, da er den Menschen, dessen Natur er angenommen hatte, der Hölle entriß und ihn in den Himmel führte, da er ihn, als er unter der Gewalt eines anderen, nämlich des Teufels, stand, aus der Knechtschaft befreite und den Gefangenen zum Himmel führte, wie es beim Propheten geschrieben steht: Er fährt auf in die Höhe und führt mit sich die Gefangenen und gibt Geschenke den Menschen. Er fährt auf in die Höhe, heißt es, und führt mit sich die Gefangenen. Wie herrlich beschreibt der Prophet den Triumph des Herrn! Es war Sitte, so wird berichtet, daß vor dem Wagen der triumphierenden Könige eine Schar von Gefangenen einherzog. Seht, wie der Herr zum Hiommel auffuhr, da zog nicht vor ihm her, sondern da begleitete ihn eine glorreiche Schar von Gefangenen; sie wurden nicht vor seinem Wagen hergeführt, sondern sie selbst hoben den Heiland in die Höhe. Während der Gottessohn den Menschensohn zum Himmel erhob, da wurden auch die Gefangenen mit emporgetragen und trugen selbst geheimnisvollerweise den Heiland empor.
(aus dem Deutschen Brevier übersetzt von Dr. Johann Schenk 1937)

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