Freitag, 24. Februar 2017

Erscheinung des hl. Erzengel Michael - Hl. Hilarius aus dem Brevier

8. Mai
Lesung 7-9

Matth. 18, 1-10
Auslegung des hl. Bischofs Hilarius

Der Herr lehrt, daß nur die, die wieder wie Kinder werden, in das Himmelreich eingehen können; das heißt, durch kindliche Einfalt und Unschuld müssen unsere äußeren und inneren Fehler wieder gutgemacht werden. Kinder nennt er alle, die durch das Anhören des Wortes Gottes gläubig geworden sind. Kinder folgen nämlich ihrem Vater, lieben ihre Mutter; verstehen nicht, dem nächsten böses zu wünschen, streben nicht nach irdischem Besitz, sind nicht übermütig, kennen keinen Haß, keine Lüge, glauben alles, was man ihnen sagt, und halten für wahr, was sie hören. Wir müssen also zu dieser Einfalt der Kinder zurückkehren, wenn wir sie besitzen, werden wir ein Abbild des demütigen Herrn an uns tragen. Wehe dieser Welt um der Ärgernisse willen. Die Schmach des Leidens ist für die Welt ein Ärgernis. Darin offenbart sich vor allem die Verblendung der Menschen, daß sie wegen der Schmach des Kreuzes des Herrn der ewigen Herrlichkeit nicht aufnehmen wollten. Was ist für die Welt gefährlicher, als wenn sie Christus nicht aufnimmt? Deshalb sagt er, er müssen Ärgernisse kommen; denn um des großen Werkes willen, da er uns das ewige Leben wiedergeben wollte, mußte er das Leiden in seiner ganzn Erniedrigung durchkosten. Seht zu, daß ihr keines von diesen Kleinen, die an mich glauben, verachtet. Ein festes Band gegenseitiger Liebe hat der Herr um uns geschlungen, hauptsächlich um die, die wirklich an den Herrn glauben. Die Engel der Kleinen schauen täglich Gott; der Menschensohn ist ja gekommen, selig zu machen was verloren war. Der Menschensohn bringt also die Erlösung, die Engel schauen Gott, und die Engel der Kleinen stehen den Gläubigen beim Gebete zur Seite. Daß die Engel ihnen zur Seite stehen, ist eine unumstößliche Wahrheit. Die Engel bringen also die Gebete derer, die durch Christus erlöst sind, täglich Gott dar. Daher ist es gefährlich, einen zu verachten, dessen Wünsche und Gebete von den diensteifrigen Engeln im Wettstreit vor den ewigen, unsichtbaren Gott gebracht werden.

(aus dem Deutschen Brevier übersetzt von Dr. Johann Schenk 1937)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen