Montag, 27. März 2017

Oktavtag der hll. Apostel Petrus und Paulus - Hl. Hieronymus aus dem Brevier

6. Juli
Lesung 7-9
Matth. 14, 22-23
Auslegung des hl. Priesters Hieronymus

Der Herr befahl seinen Jüngern hinüberzufahren, und gebot ihnen in das Schifflein zu steigen. Dieser ausdruck zeigt, daß sie nur ungern den Herrn verließen; aus Liebe zu ihrem Meister wollten sie auch nicht einen augenblick von ihm getrennt sein. Und er entließ das Volk und stieg allein auf den Berg, um zu beten. Während die jünger Petrus, Jakobus und Johannes bei ihm gewesen, die seine Herrlichkeit bei der Verklärung gesehen hatten, so wören sie vielleicht mit ihm auf den Berg gestiegen; aber die Menge kann ihm in die Höhe nicht folgen; diese muss er zuvor am Ufer des Meeres lehren und in der Wüste speisen. Daß er allein auf den Berg stieg, um zu beten, darfst du nicht auf den beziehen, der mit fünft Broten 5000 Menschen sättigte, Kinder und Frauen nicht mitgerechnet, sondern auf den, der auf die Nachricht vom Tode des Johannes hin in die einsamkeit ging; nicht als ob wir die Person des Herrn teilen wollten, sondern weil seine Werke sich auf seine Gottheit und seine Menschheit verteilen. Das Schiff aber wurde mitten auf dem Meer von den Wellen hin und her getrieben. Ganz richtig hatten die Apostel nur ungern und widerstrebend den Herrn verlassen; sie wollten eben nicht in seiner Abwesenheit Schiffbruch erleiden. Während nun der Herr ganz oben auf dem Berge war, erhob sich alsbald ein Gegenwind und wühlte das Meer auf, und die Apostel kamen in Gefahr; die Gefahr des Schiffbruches hielt so lange an, bis Jesus zu ihnen kam. Um die vierte Nachtwache kam er zu ihnen, wandelnd auf den wogen. Das Postenstehen und Wachen wird beim Militär in abschnitte von je drei Stunden eingeteilt. wenn er also schreibt: Um die vierte Nachtwache kam der Herr zu ihnen, so sagt er damit, die ganze Nacht seien sie in Gefahr gewesen, erst im letzten Teil der Nacht, am Ende der Welt wollte er ihnen Hilfe bringen.

(aus dem Deutschen Brevier übersetzt von Dr. Johann Schenk 1937)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen