Sonntag, 26. Februar 2017

Hl. Papst und Martyrer Johannes I. - Vita aus dem Brevier

27. Mai
Johannes stammte aus Etrurien; er leitete die Kirche zur Zeit des Kaisers Justinus des Älteren. Zu ihm kam der Papst hilfesuchend nach Konstantinopel, weil der irrgläubige König Theodorich ganz Italien verwüstete. Seine Reise hat Gott auch durch Wunder verherrlicht. Ein vornehmer Mann gab ihm nämlich zu Korinth ein Pferd zur Weiterreise. zuvor hatte seine Gattin es immer benutzt und es war ganz zahm gewesen. Als der Papst es aber seinem Herrn wieder zurückgab, wurde es ganz wild, wütend bäumte es sich immer wieder auf und warf seine Herrin ab, als ob es nun die Frau nicht mehr tragen wollte, nachdem der Statthalter Jesu Christi darauf gesessen. Darum schenkte sie das Pferd dem Papst. Noch größer war das Wunder, als er zu Konstantinopel beim goldenen Tor vor einer großen Volksmenge, die zusammen mit dem Kaiser dem Papst entgegengezogen war, um ihn zu empfangen, einem Blinden das Augenlicht wiedergab. Da warf sich selbst der Kaiser ihm zu Füßen und huldigte ihm. Nachdem er mit dem Kaiser sich geeinigt hatte, kehrte er nach Italien zurück. Gleich darauf schrieb er an alle Bischöfe Italiens, sie sollten alle Kirchen der Arianer nach katholischem Ritus weihen: Er fügte hinzu; er fügte hinzu: Auch ich habe, als ich zu Konstantinopel war, um Schutz zu suchen für die katholische Religion, sowie auch wegen des Vorgehens des Königs Theodorich, alle Kirchen der Arianer, die ich in jenen Ländern finden konnte, zu katholischen Kirchen geweiht. Theodorich nahm das aber sehr ungnädig auf; er lockte den Papst hinterlistigerweise nach Ravenna und ließ ihn dort in den Kerker werfen. Vor Entbehrungen und Hunger starb er dort schon nach wenigen Tagen. Er hatte 2 Jahre, 9 Monate und 14 Tage regiert und hatte in dieser Zeit 15 Bischöfe geweiht. Bald darauf starb auch Theodorich; ein Einsiedler sah, so berichtet der heilige Gregor, wie er in den Krater des Lipari hineingeworfen wurde. Zu beiden Seiten standen Papst Johannes und der edle Symachus, den er ebenfalls getötet hatte; so sollten also diese beiden, die er getötet hatte, gleichsam Zeugen seines Untergangs sein. Der Leib des Johannes wurde von Ravenna nach Rom gebracht und in der Basilika des heiligen Petrus beigesetzt.
(aus dem Deutschen Brevier übersetzt von Dr. Johann Schenk 1937)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen